Die Kunst des "Silberschmiedens"

Zwei vierlichtige Leuchter, Augsburger Herstellung von denen es wahrscheinlich nur vier Exemplare gab, finden den Weg von Bonn in die Altonaer Silber Werkstatt nach Hamburg.

Dort werden sie von ihrer Eigentümerin persönlich abgegeben. Der Auftrag lautet: "Versetzen Sie diese Leuchter in ihren Urzustand."

Dies ist für Friedhelm Hänsch und sein Team Ehrensache. Silberschmied Marcel Heinle zerlegt die Leuchter in mühevoller Kleinarbeit und archiviert sie (Bild 1+2).

Gebrochene Teile werden wieder mit Silberlot gelötet (Bild 3-5) beigeschliffen und poliert (Bild 6). Fehlende Fragmente bzw. Teile welche unwiederbringlich zerstört währen können nachgegossen werden (Bild 7).

Dazu macht Heinle eine Form aus speziellem Sand (Bild 8). Diese muss stark verfestigt werden (Bild 9) um dem Abguss eine saubere Oberfläche zu geben. Jetzt werden noch die Eingusskanäle angebracht (Bild 10). Alles bereit zum Gießen!

Legiertes Silber wird mit einer offenen Flamme auf 1200 °C erhitzt und in die Form eingegossen (Bild 11). Es blubbert faucht und zischt, wenn sich die Silberschmelze abkühlt (Bild 12).

Nach dem vollständigen Abkühlen ist die Stunde der Wahrheit gekommen. Ist der Abguss gelungen? (Bild 13). Ein zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht des jungen Silberschmieds — gelungen! Der Gussrohling wird nun noch verputzt und durch geschickte Hände ziseliert (Bild 14).

Alle Einzelteile und Fragmente werden restauriert, geglänzt, poliert und endlich wieder zusammengesetzt. (Bild 15-21). Beide Augsburger Leuchter strahlen wie zu Ihrer Entstehung, leicht und graziös. Ein Wunderwerk der Silberschmiedekunst, erhalten durch die Altonaer Silber Werkstatt (Bild 22-23).     ...zurück...