Der Schneidwerkzeugmechaniker

Seit dem Mittelalter hat sich das Handwerk des Messerschleifers kaum verändert. Und wer heute den Familienbetrieb von Friedhelm Hänsch besucht, fühlt sich in eine andere Zeit versetzt. Es riecht nach Fichtennadel Öl und Petroleum und das fauchende Geräusch harter Steine auf Messerklingen gibt den Takt an.

Ob Haut- und Nagelzangen, Scherköpfe, Messer oder Scheren schleifen. Für alles hat die Altonaer Silber Werkstatt aus Hamburg eine Profession entwickelt. Alle Schneidwerkzeuge werden unter Hochdruckkühlung vorgeschliffen. (Bild 1+2)

Dadurch wir ein Überhitzen des Stahls welches die Klingen zerstören würde unmöglich gemacht. Danach werden die Klingenflächen auf beleimten Lederscheiden gepliestet, bevor sie einen Grobabzug (nass) erhalten (Bild 3) Die eigentliche Schärfe bekommt die Schneide durch das sogenannte Abziehen auf dem Ölsteinen. Hierfür kommen der legendäre Arkansas stein der belgische Brocken oder der grüne Sachse (die Namen deuten auf die Abbaugebiete hin) zum Einsatz. Weichere Steine sind ungenügend. Dieses „Abziehen" braucht viel Geduld, Erfahrung und wird erst wenn das Messer das Haar in der Luft zerschneidet (Bild 4)

Eine ganz besondere Liebe hat Hänsch für die japanischen Klingen entwickelt (Bild 5) Sie sind leicht und sehr verschleißfest. Alle Klingen werden bei ihm von Hand an der Schneide auspoliert und erhalten durch diesen Honen (Ziehschleifen) Ihre Langzeitschärfe.

Ein Tipp vom Messerschmiedemeister: „Ein Schneidwerkzeug hat nichts in den Händen eines Straßenschleifers und auch nichts in einer Spülmaschine zu suchen"     ...zurück...